Fachartikel aus W&S 1/2009, S. 35
Mehrstufiges Markenschutzprogramm für Originalhersteller
Fälschungsschutz durch RFID
Manipulations- und Fälschungsdelikte nehmen seit Jahren zu. Eine Entwicklung, die Unternehmen im Produkt- und Markenschutz vor Herausforderungen stellt. Doch wer moderne Sicherheits- und Originalitätsschutzmaßnahmen kombiniert, kann es den Produktpiraten schwer machen, wie der britische Hersteller von professionellen Hairstyling-Produkten Jemella.
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| Dreidimensionale Echtfarbenhologramme kennzeichnen die Haarstyling-Produkte von Jemella als Original. (Bild: Schreiner ProSecure) |
Acht Prozent der weltweit gehandelten Waren sind nach Expertenschätzungen gefälscht. Das hat Umsatz- und Ertragsverluste zur Folge, die sich negativ auf die Innovationskraft der Originalhersteller auswirken und Arbeitsplätze gefährden. Das Spektrum der illegalen Aktivitäten reicht von Gebrauchsmusterverletzungen über Plagiate bis hin zu Totalfälschungen, die für Laien vom Original nicht mehr zu unterscheiden sind.
Gefährdete Kunden
Der illegale Nachbau hochwertiger Produkte führt nicht nur zu Umsatzverlusten. Gravierender ist der Imageschaden. Kann die Fälschung nicht als solche identifiziert werden, machen die Verbraucher den Originalhersteller für Produktfehler verantwortlich. Der Markeninhaber muss die Produkthaftung übernehmen und erfährt einen Vertrauensverlust. Hinzu kommen Risiken für die Kunden. Oft enthalten Fälschungen gesundheitsschädliche Stoffe oder erfüllen die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen nicht. Um sich vor diesen Gefahren zu schützen, setzen immer mehr Hersteller deshalb auf Originalitätsschutzmaßnahmen und fälschungssichere Kennzeichnung.
Schützende Merkmale
Der britische Hairstylingspezialist Jemella Ltd. produziert und vertreibt unter der Marke ghd Hairstyling-Produkte wie Glätteisen für die professionelle Haarpflege. Jährlich verkauft Jemella rund 1,5 Millionen Exemplare mit einem Verkaufswert von bis zu 200 Euro. Ein Potential, das Produktpiraten schnell aufgespürt haben: Bereits zwei Jahre nach der Unternehmensgründung waren erste Imitate auf dem Markt.
Um sich gegen Produkt- und Markenfälschungen zu schützen, entschied sich Jemella für die Zusammenarbeit mit Schreiner ProSecure, die sich auf Hightech- Label für den Originalitäts- und Produktschutz spezialisiert haben und zweifellose Echtheitsnachweise sowie zuverlässige Produktrückverfolgung ermöglichen.Dank der Kombination offener und verborgener Sicherheitsmerkmale verfügt Jemella heute über ein modernes Markenschutzprogramm. Es basiert auf einem mehrstufigen Sicherheitssystem für Produkt und Verpackung. Ein stark haftendes Verschlusssiegel schützt vor Warenaustausch und Manipulation an den Glätteisen. Zusätzlich werden dreidimensionale Echtfarbenhologramme mit weiteren Originalitäts- und Manipulationsschutzmerkmalen eingesetzt.
Sicherheit im Doppelpack
Jemella nutzt auch RFID-Technologie. Diese Identifikationsmethode per Radiofrequenz- Identifikation arbeitet mit magnetischen Feldern, über die Daten zwischen Transponder-Label und Lesegerät berührungslos ausgetauscht werden. Verwechslungen sind bei diesem Verfahren ausgeschlossen, denn jeder Transponder besitzt eine weltweit einzigartige Identifikationsnummer.
Das britische Unternehmen kombiniert diese Nummer mit der Tracing-Lösung KeySecure. So wird aus jedem Produkt von Jemella ein geschütztes Unikat, denn KeySecure generiert für jedes Produkt einen 15-stelligen alphanumerischen Sicherheitscode. Dieser wird im Chip des Labels gespeichert und gut sichtbar auf die Sicherheitshologramme gedruckt. Vertriebsmitarbeiter, Handel und Endkunden können mit diesem Code über das Internet jederzeit und überall die Echtheit des Produkts verifizieren. Sie geben den KeySecure Code auf der angegebenen Website ein und erfahren sofort, ob ihr Produkt ein Original oder eine Fälschung ist.
Die RFID-Technologie sorgt dabei auch für einen Zusatznutzen. Denn die Label liefern die Datenbasis, um firmeneigene Produktions- und Logistikprozesse zu optimieren. Dazu wird jedes gekennzeichnete Jemella-Produkt an wichtigen Schnittstellen wie Verladestationen von Lesegeräten identifiziert. Das macht die Distributionskette transparent und zeigt, ob die vereinbarten Vertriebswege eingehalten wurden oder in welcher Region es Abweichungen gab.
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